Sportlich ist bei Hüsten’s Oberliga-Truppe alles im Lot. Man hat mit dem Tabellenplatz in der Spitzengruppe mehr erreicht als zu Saisonbeginn erhofft, denn nach neun Abgängen galten die Grün-Weißen als Abstiegskandidat. Nach dem letzten Hinrundenspiel der Grün-Weißen gegen Preußen Münster standen dann plötzlich schon zwanzig Pluspunkte auf dem Konto. Da lässt sich getrost Weihnachtspause machen.

Brock ließ Münster’s Stürmer verzweifeln
Hüsten’s Torwart parierte sogar einen Foulelfmeter von Uwe Pieper

SuS Hüsten 09 – Preußen Münster 1:0 (1:0). Hüsten 09 stoppte die Erfolgsserie von Preußen Münster. Die Adlerträger aus der Provinzialhauptstadt, ein Mitbewerber bei der Vergabe der Meisterschaft, mussten sich nach acht Spielen ohne Niederlage im Sauerland erstmals wieder geschlagen geben.

Grundstein für den knappen Erfolg der Sauerländer war ganz ohne Zweifel die Bravourleistung von Hüsten’s Torsteher Willi Brock. Er meisterte seinen ersten Elfmeter in dieser Saison. In der 16. Minute gab es eine Rempelei im Hüstener Strafraum, und der Schiedsrichter zeigte auf den ominösen Punkt. Westfalen-Auswahl-Torwart Brock behielt die Nerven und boxte den von Uwe Pieper platziert geschossenen Ball aus der bedrohten Ecke. Riesenbeifall für den 09-Zerberus, der in dieser Saison bisher drei Elfmetertore kassieren musste.

Die Hüstener erwiesen sich in der weiteren Spielfolge als sehr diszipliniert. Die Entscheidung fiel dann wenig später, bei dem Tor gab Münster’s Kleiner dem Leder noch den letzten Dreh ins eigene Netz.

Münster’s Kicker ärgerten sich beim Schlusspfiff. Man war allgemein der Meinung, dass man ein Remis durchaus verdient gehabt hätte, aber eine schnelle Führung verschlafen habe. Man trauerte
der Elfmeterchance nach.

„Auf der Hüstener Trainerbank war die Stimmung natürlich gut, das Fazit lautete: „Wir waren ein Tor besser und der Sieg ist verdient.“ Die Hüstener Fans verabschiedeten ihre Elf beim Schlusspfiff mit Riesenapplaus.

SuS Hüsten 09: Brock, Seiler, Hardes. Erlmann. Harbecke, Reimann, Andexer, Kiwranoglu, Schulze, Schröter, Degner (78. Dickehut) – Tor: 1:0 Schröter (24.)

Martin Harbecke lief Preußen leicht davon
Hüsten beim 1:0 um ein Tor besser

SuS Hüsten 09 – Preußen Münster 1:0 (1:0). Im Stadion Große Wiese haben schon bessere Oberliga-Mannschaften Fußball gespielt als zuletzt Preußen Münster. Das besagt nicht, dass der 1:0-Sieg Hüsten 09 in den Schoss gefallen ist. Im Gegenteil: In der Anfangsphase blitzte die Preußen-Gefährlichkeit auf, doch nachdem 09-Schlussmann Willi Brock mit bühnenreifen Hechtsprung ins rechte Eck den Elfmeter ins Aus geboxt hatte, bekamen die Münsteraner ein welkes Gesicht und bäumten sich erst nach der Pause gegen die drohende Niederlage (vergebens) auf.

Preußen-Trainer Mareczeck gab später unumwunden zu, eine ungewöhnliche laute HaIbzeit-Standpauke gehalten zu haben. Denn auch dies kam etwas verlegen lächelnd aus Preußen-Mund: „Wir hätten hier gern gewonnen“. Eine Äußerung, die Hüsten’s Trainer knallhart konterte: „Wir haben verdient gewonnen, weil wir um ein Tor besser waren“.

Und genau so war es. Lob gebührt der Mannschaft, bei der nicht immer alles nach Wunsch lief, die sich aber mit Engagement in ihre Aufgabe hineinkniete; Lazarus Kiwranoglu, Peter Schulze und vor allem Dirk Schröter übernahmen auch Knochenarbeit in der Abwehr und stabilisierten so das 09-Spiel.

Herausragend an diesem stürmischen Abend: Torwart Willi Brock, der routinierte Rolf Erlmann und Dauerläufer Martin Harbecke, der sich nach dem Tief der letzten Saison in einer Superform befindet und von den Preußen nicht auszurechnen war. Schon in Lüdenscheid zeigte er in der Abwehr vorzügliches, war aber schwach im Aufbau, Dieses Manko hat er nun abgelegt und ist ein Leistungsträger in der Mannschaft.

SuS Hüsten 09: Brock, Seiler, Hardes. Erlmann. Harbecke, Reimann, Andexer, Kiwranoglu, Schulze, Schröter, Degner (78. Dickehut) – Tor: 1:0 Schröter (24.)

Völlig neues Gefühl für Hüsten 09
Gute Mischung bringt Erfolg

Hüsten. 20:14 Punkte nach 17 Saisonspielen – so gut hat der SuS Hüsten 09 noch in keinem Oberligajahr gestanden. In jeder Saison hatte die Mannschaft gegen den Abstieg zu kämpfen. Ein völlig neues Gefühl also für den Sauerländer Traditionsverein und seine Anhänger. Kein Wunder, dass man im Lager des SuS rundweg zufrieden ist. Trainer Winfried Nienaber: „Man zählte uns ja vor Saisonbeginn mit zu den Abstiegskandidaten, Mit der augenblicklichen Platzierung hat die Mannschaft die Erwartungen wohl weit übertroffen.“

Die Erwartungen waren vor Saisonbeginn relativ niedrig gehalten. Der Aderlass war groß. Der SuS füllte den Kader fast ausschließlich mit jungen, talentierten Spielern aus den unteren Klassen auf. Einziger namhafter Neuzugang war Mittelstürmer Dirk Schröter. Man konnte vor Saisonbeginn nicht absehen, wie sich diese neuformierte Mannschaft schlagen würde. Doch dem Trainergespann Winfried Nienaber und Meinolf Hahne gelang es, aus den jungen Leuten und den verbliebenen Leistungsträgern eine schlagkräftige und vor allem kampfstarke Einheit zu formen.

Mit dem 1:0-Erfolg über Preußen Münster sorgte der SuS am Freitagabend für einen glänzenden Abschluss der ersten Serie. Stark Spielmacher Hans-Jürgen Andexer, der auf eigenen Wunsch auflief, nachdem wenige Tage vorher sein Vater gestorben war. Der SuS hatte ihm die Entscheidung freigestellt. Martin Reimann, Bundeswehrsoldat, musste einen Tag vor dem Spiel noch an einer Nachtübung teilnehmen. Deshalb verdient auch seine Leistung Respekt. Münster trauerte nach dem Spiel den verpassten Torchancen nach. Trainer Ernst Mareczek: „Das Ergebnis täuscht etwas. Wir hätten nicht verlieren müssen. Chancen waren ausreichend da. Aber wenn man seine Möglichkeiten nicht nutzt, hat man auch nicht das Recht zu gewinnen. Ein Kompliment an Hüsten’s Torwart Willi Brock. Er hat tolle Sachen gehalten. Clever waren die Hüstener Andexer und Harbecke, die das Spiel im Mittelfeld nach Bedarf schnell oder langsam machten.“

Nach acht Spielen war das 0:1 wieder die erste Niederlage für die Preußen. Dass Lüdenscheid damit an der Spitze uneinholbar weggezogen ist, glaubt Trainer Mareczek nicht: „Irgendwann kriegen die auch noch Probleme. Die Vereine spielen ja gegen den Spitzenreiter immer mit einer anderen Motivation als gegen die übrigen Teams. Darauf setze ich. Im Hinblick auf unsere Zuschauerzahlen ist es natürlich schade, dass wir in Hüsten verloren haben. Wir wollten schon ganz gerne gewinnen.“

Fußball-Profi Theo Bücker denkt an den Sommer
„Die 09-Elf ist gut, ich würde da gut hineinpassen“

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Zwei, die noch im Schalker Trikot stecken, liebäugeln nach ihrer Profi-Karriere mit Hüsten 09: Theo Bücker (links) und Hubert Clute-Simon.

Hüsten. Der Vertrag ist bis zum 30. Juni 1983 datiert. Die Konzentration gilt dem Abstiegskampf mit Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga. Natürlich. Der 34-jährige Theo Bücker indes macht sich allmählich Gedanken, was im Sommer auf ihn zukommt.

Eine Möglichkeit zeigte der Sauerländer jetzt auf: „Wenn ich zu einem Oberligisten wechsele, dann am liebsten zu Hüsten 09.“

Bücker, der sich absolut fit fühlt und nach eigenen Aussagen „bestimmt noch drei Jahre Bundesliga spielen könnte“, beobachtet das Abschneiden der Grün-Weißen genau. „Wenn ich nach Ergebnissen frage, dann immer zuerst nach dem von Hüsten 09. Die Mannschaft ist gut. Ich könnte mir vorstellen, als Spieler da hineinzupassen.“

Womöglich auch als Spielertrainer. „Ich will niemanden verdrängen. Aber in der nächsten Saison dürfen nur noch Trainer-A-Schein-Inhaber in der Oberliga arbeiten.“ Diesen Schein besitzt Bücker, nicht aber das derzeitige 09-Trainer-Gespann. Ein Spielertrainer Theo Bücker also demnächst im Stadion Große Wiese?

Die Möglichkeiten seien groß, betont der Mittelfeldspieler. Aber eines steht für ihn fest: „Ehe ich nach Paderborn, Lüdenscheid oder sonstwohin gehe, spreche ich mit den Hüstenern. Das ist doch klar.“