Nach dem starken 4:1-Sieg in der vergangenen Woche gegen die Sportfreunde Siegen II folgte am Sonntag, den 01. September, die pure Ernüchterung. Schon nach dreißig Minuten lagen die Hüstener uneinholbar mit 0:4 zurück und offenbarten für Trainer Torsten Garbe unerklärliche Abwehrprobleme. Im zweiten Durchgang erhöhten die Gastgeber durch Gian-Marco de Luca mit dem vierten Kopfballtreffer auf 5:0, was auch gleichzeitig der Endstand war (79.).
Nach dem überzeugenden 4:1-Erfolg in Siegen kehrten die Hüstener beim FSV Werdohl auf den Boden der Tatsachen zurück. Robert Bierkoch (11.) und Marius Maus (13.) hatten die Gastgeber schon früh mit 2:0 in Führung gebracht, womit die Gäste überhaupt nicht zurecht kamen. Besonders kurios war, dass sowohl das 1:0 als auch das 2:0 nach hohen Bällen erzielt worden waren, wobei die 09er mit Thomas Köhler, Mark Winkler, Georg Voß und Bayram Özbek gleich vier kopfballstarke Spieler in ihren Reihen haben. Doch die Werdohler blieben in der Folge sogar bei Standardsituationen am Gefährlichsten und erhöhten durch zwei weitere Kopfballtore vom 1,76 Meter großen Semir Tuz auf 4:0 (23. und 30.). Damit war die Partie schon nach einer halben Stunde entschieden, das 5:0 von Gian-Marco de Luca in der 79. Minute – übrigens per Kopfball – hatte nur noch statistischen Wert.
09-Trainer Torsten Garbe musste beim bis dahin noch punktlosen FSV Werdohl auf Giovanni Cannata (privat) und Chedli Melki (verletzt) verzichten. Ansonsten konnten die Hüstener aus dem Vollen schöpfen. Für Giovanni Cannata rückte im Vergleich zur Vorwoche Marvin Frerkes in die Anfangsformation, ansonsten aber ließ der Hüstener Übungsleiter die gleiche Elf wie beim 4:1 in Siegen starten. Bei den Gastgebern stand derweil Gian-Marco de Luca, in der abgelaufenen Saison noch Torschützenkönig der Kreisliga A Arnsberg im Dress des TuS Langenholthausen, in der Anfangsformation.
Der FSV Werdohl stand nach zwei Auftaktniederlagen mit dem Rücken zur Wand und legte deshalb auf dem heimischen Kunstrasenplatz des Riesei-Stadions los wie die Feuerwehr. Schon in der sechsten Minute war eine Glanztat von 09-Keeper Sascha Zelder notwendig, um den 0:1-Rückstand zu verhindern. Semir Tuz zog von der Strafraumkante volley ab und zwang den Hüstener Keeper zu einer sehenswerten Parade, bei der dieser den Ball über die Latte lenkte.
Der zweite Ball, der auf das Tor des SV Hüsten 09 kam, landete dann aber schon im Netz. Einen Freistoß aus dem Halbfeld verwertete Robert Bierkoch mit dem Kopf zum 1:0 und ließ Sascha Zelder keine Abwehrchance (11.). Doch kaum waren die Gäste in Rückstand geraten, da stand es auch schon 0:2. Nur 89 Sekunden nach dem ersten Gegentor traf Marius Maus etwas unorthodox mit dem Rücken in die Maschen. Vorausgegangen war der Aktion wieder ein Freistoß aus dem Halbfeld, bei dem die Hüstener erneut keine gute Figur in der Hintermannschaft machten.
Anschließend versuchten die Gäste erst einmal Sicherheit und Ruhe ins Spiel zu bekommen, schafften es aber nicht, einen geordneten Spielaufbau über das Mittelfeld aufzuziehen. So kamen die Gastgeber immer wieder in die Zweikämpfe und konnten diese zum Entsetzen von 09-Trainer Torsten Garbe relativ leicht gewinnen. Es passte bei den Hüstenern einfach noch überhaupt nichts zusammen – und das wurde erneut bestraft: Wie schon beim ersten und zweiten Treffer flog in der 23. Minute wieder ein Freistoß, getreten dieses Mal von der Mittellinie, in den Strafraum und Semir Tuz nickte ein – 0:3.
Daraufhin setzte Hüsten’s Trainer Torsten Garbe ein Zeichen. Nach nur 25 Minuten war für Jan Schultealbert und Marc Werner der Arbeitstag beendet und mit Philipp Dellmann und Ingo Renk kamen zwei neue Spieler in die Partie. Kaum war die Auswechselung passé, wurden die Gäste auch schon erstmals gefährlich. Georg Voß tauchte vor FSV-Keeper Markus Grete auf, knallte das Leder allerdings an die Latte. Den Nachschuss setzte Philipp Völker volles Risiko knapp neben den Pfosten (28.).
Die Hüstener hatten jedoch kaum ihren ersten Vorstoß gewagt, da lief schon der Werdohler Konter. Unsortiert in der Defensivabteilung nutzten die Hausherren diesen Angriff eiskalt aus und erhöhten durch Semir Tuz, der wie schon beim 3:0 mit dem Kopf zur Stelle war, auf 4:0 (30.). Die Partie war damit vorentschieden – die Grün-Weißen hatten einen schwarzen Tag erwischt und waren froh, dass man bis zur Pause keinen weiteren Gegentreffer kassiert hatte.
Im zweiten Durchgang kam der SV Hüsten 09 agiler aus der Kabine und verstand es so, die Hausherren vom eigenen Tor fernzuhalten. Offensiv konnten die 09er aber nur wenig zwingende Akzente setzen und hatten durch Stephen Hoffmann in der 68. Minute ihre beste Chance, der freistehend vor FSV-Schlussmann Markus Grete aber die falsche Entscheidung traf und auf Philipp Völker abspielen wollte, anstatt selbst abzuschließen. So konnte Robert Bierkoch im letzten Moment klären.
Werdohl tat dagegen nur noch das Nötigste für das Spiel und setzte in der 79. Minute mit dem 5:0 den Schlusspunkt, als Gian-Marco de Luca nach einer Ecke den Kopf hinhielt und den Ball sehenswert in die lange Ecke verlängerte. Für die Hüstener war es damit die höchste Niederlage unter der Leitung von Trainer Torsten Garbe und gleichzeitig auch die höchste Pleite in der Landesliga. Den deutlichsten Landesligasieg gegen die Hüstener hatte zuvor RW Mastholte in der Saison 2011|12 eingefahren (4:0).
Mit drei Punkten aus drei Spielen rangieren die Hüstener nun auf dem 13. Tabellenplatz und treffen nun am bevorstehenden Wochenende in Herdringen auf den SSV Meschede, der mit null Punkten das Tabellenende ziert. Die Garbe-Kicker sind am Samstag, den 07. September, um 17:00 Uhr in der Pflicht, eine Reaktion auf das 0:5 in Werdohl zu zeigen, um gleichzeitig nicht tiefer in die Gefahrenzone zu rutschen.
SV 09: Zelder – Frerkes, Winkler, Köhler, Hoffmann – Fischer (46. Witkowski), Özbek – Werner (25. Renk), Völker, Schultealbert (25. Dellmann) – Voß – FSV: Grete – Langenberg, Bierkoch, Zejnullahu, Maus – Neuke, Fischer, El Alami (65. Klamann) – Intravaia (72. Benli), Tuz (52. Uzunoglu), De Luca – Tore: 1:0 Bierkoch (11.), 2:0 Maus (13.), 3:0 Tuz (23.), 4:0 Tuz (30.), 5:0 De Luca (79.) – Gelb: Fischer (44.), Tuz (45.+2), Voß (46.), Maus (75.)













